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DRAISINENSTRECKEN


    Eisenbahn der schönen Aussicht

 

Was tun mit einer unrentablen Bahnstrecke? Was andernorts ein Problem ist, wurde auf einigen Strecken zu einer Touristenattraktion. Das Zauberwort heißt Draisine. Mittels Handhebel oder Fußpedalen kann man sich auf Strecken zwischen 13 und 40 Kilometer mit eigener Muskelkraft fortbewegen – ohne Zeitdruck, denn Pausen sind jederzeit möglich, um Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke anzuschauen, baden zu gehen oder sich zu stärken. Eine Fahrt auf der Draisine ist ein spannendes Abenteuer für die ganze Familie.

Was ist eine Draisine? Im Sinne des Erfinders ist die Draisine ein allein vom Fahrer angetriebenes Transportmittel (eine „Laufhilfe“). Die Weiterentwicklung des von Förster Drais 1817 erfundenen Laufrads, das Fahrrad, müsste dann aber auch eine Draisine sein. Ist es (im allgemeinen Sprachgebrauch) aber nicht. Mit der Erfindung der Eisenbahn stand Draisine für muskelbetriebener, leichter Schienenwagen, der vor allem im Gleisbau und für Streckeninspektionen eingesetzt wurde. Doch später gab es auch von Diesel- und Elektro-Motoren betriebene Draisinen. Bleibt als Klassifizierungsmerkmal die Eigenschaft leichter Schienenwagen, um ihn im Bedarfsfall unkompliziert aus den Gleisen heben zu können. Das war nicht nur im früheren Eisenbahnwesen bei Inspektionen auf befahrenen Strecken wichtig, sondern das ist es auch für das Abenteuer Tretdraisine bei jeder Rast.

Von solcherlei Verwendung hat Karl Freiherr Drais von Sauerbronn (1785–1851) nichts geahnt, als er vor fast genau 180 Jahren das nach ihm benannte Laufrad erfand, das später als mit Hebeln angetriebener Schienenwagen vor allem im Gleisbau eingesetzt wurde. In Deutschland war die Draisine Anfang der 90er Jahre längst ein Museumsstück – im Bahnwesen kaum mehr eingesetzt, bei Eisenbahnhistorikern dafür um so begehrter. Bis im Sommer 1996 nach schwedischem Vorbild im nördlichen Brandenburg, zwischen Templin (Uckermark) und Fürstenberg (Oberhavel-Kreis), die ersten Tretdraisinen auf die Strecke gingen. Das Angebot auf dem 30-km-Schienenweg wurde ein Hit. Die Draisinen für zwei bis vier Personen sind von Ostern bis Ende Oktober nahezu täglich ausgebucht, auch bei schlechtem Wetter. Übrigens: Wer es auf Tempofahrten abgesehen hat, sollte morgens als erster an der Ausleihe sein, um ohne "Hindernisse" durchfahren zu können.

Die Idee fand im Laufe der Jahre zahlreiche Nachahmer. So kann man etwa in Rheinland-Pfalz, mit ähnlichen Draisinen, auf der „Glantalbahn“ zwischen Altenglan (Kr. Kusel) und Staudernheim (Kr. Bad Kreuznach) bis zu 40 Kilometer zurücklegen. Durch malerische Landschaft geht es, je nach Muskelkraft, mit sechs bis acht Stundenkilometern voran. Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt es nur durch die eigene Kraft. Es geht die Sage, dass an einem Wochenende eine Draisine mehr als drei Mal so schnell wie üblich an den Bahnhöfen auf der Strecke vorbeisauste. Allerdings wurde sie „disqualifiziert“, die Herren sollen heimlich einen Motor angebracht haben...

Mit Muskelkraft geht es auch in Schleswig-Holstein voran. Auf den 13 Kilometern zwischen Ratzeburg und Hollenbeck (Kr. Herzogtum Lauenburg) muss man allerdings mit den Händen „pumpen“. Auf den nach historischem Vorbild, aber mit moderner Technik gebauten Handhebeldraisinen finden acht bis zwölf Personen Platz. Größere Gruppen können natürlich mehrere Fahrzeuge mieten.

Inzwischen scheint ganz Deutschland im Draisine-Fieber. Überall, wo es stillgelegte oder bedrohte Bahnstrecken gibt, wird auch immer wieder eine touristische Nutzung mit Draisinen diskutiert.

In Deutschland gibt es außer den großen Anbietern (Uckermark, Glantal, Ratzeburg) noch örtlich Kurzstrecken, zum Beispiel im Freizeitpark Verden bei Bremen oder bei der Parkeisenbahn Berlin-Wuhlheide. Zudem sind zahlreiche Eisenbahn-Traditionsvereine im Besitz einer oder mehrerer Draisinen, die teilweise Charterfahrten anbieten. Wir bitten um Verständnis, dass die Informationen über Draisinenstrecken in Deutschland einer ständigen Aktualisierung unterliegen und eventuell nicht immer auf dem neusten Stand sind.


Übersicht der Eisenbahnstrecken mit Draisinenverleih in Deutschland

  • Ratzeburg - Hollenbek (Schleswig-Holstein), 13 km (Kultur-Bahnhof Ratzeburg GmbH)
  • Quakenbrück - Fürstenau (Niedersachsen), ca. 25 km
  • Rinteln Süd - Alverdissen (Niedersachsen / Nordrhein-Westfalen), 18,1 km (Extertalbahn)
  • Dargun - Salem (Mecklenburg-Vorpommern), ca. 17 km
  • Fürstenberg/Havel - Templin (Brandenburg), 30,5 km
  • Töpchin - Mittenwalde Dreieck (Brandenburg), ca. 10 km (Draisinenbahnen Berlin / Brandenburg)
  • Tiefensee - Sternebeck (Brandenburg), 11,6 km (Draisinenbahnen Berlin / Brandenburg)
  • Zossen - Jüterbog (Brandenburg), 39,9 km (Erlebnis-Bahn)
  • Finsterwalde Frankenaer Weg - Crinitz Bahnhof (Brandenburg), 16 km (Niederlausitzer Museumseisenbahn)
  • Altenglan - Staudernheim (Rheinland-Pfalz), 41,2 km

 


 

 

 

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