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MARKTL AM INN


    Von Marktl in den Vatikan

 

Joseph Ratzinger, der neue Papst Benedikt XVI, stammt aus der kleinen bayerischen Gemeinde Marktl am Inn. Das 2700-Seelen Dorf liegt idyllisch am Inn und wird von zwei Naturschutzgebieten umgeben. „Ihrem“ Papst erweisen die Marktler alle Ehren. Am Geburtshaus von Joseph Ratzinger weist eine Gedenktafel auf den Ehrenbürger hin und im Heimathaus kann man das Taufbecken bewundern, in dem Ratzinger am 16. April 1927 getauft wurde.

Obwohl Joseph Ratzinger nur seine ersten beiden Lebensjahre in der bayerischen Gemeinde verbracht hat, zeigt sich der Papst tief mit seinem Geburtsort verbunden, wie ein Brief aus dem Jahr 1997 beweist. Darin schreibt der deutsche Papst: „Ich bin stolz und glücklich, in einer Gemeinde geboren zu sein und ihr nun als Ehrenbürger zuzugehören, in der so viel Gemeinsinn und innerer Zusammenhalt lebendig sind."

Das Wappen der Gemeinde zeigt unter den bayerischen Rauten einen Schifferhaken und erinnert an die einst bedeutende Schifffahrt auf dem Inn, für die Marktl ein Umschlagplatz war. Die Siedlung wurde im 13. Jahrhundert als Hofmark der Grafen von Leonberg gegründet. Bald wurde die erste Kirche gebaut und dem heiligen Oswald geweiht. 1422 erhob der bayerische Herzog Heinrich VI. den Ort zum Markt. Seit 1677 hat die Gemeinde einen eigenen Priester. Wenige Jahre nachdem Kurfürst Max Emanuel an dieser Stelle den Bau der ersten Brücke über den Inn angestoßen hatte, äscherte ein Blitzschlag im Jahre 1701 den Ort ein. Zum Wiederaufbau gehörte die neue Oswald-Kirche, Mittelpunkt des Gemeindelebens bis heute.

Hier zwischen Inn und Alz war Joseph Ratzingers Vater in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts Gendarmeriemeister. Es war die tiefgläubige Umgebung, die den Boden dafür bereitete, dass gleich zwei Söhne der Familie Priester wurden. Als Kurienkardinal noch pflegte Joseph Ratzinger fast jedes Jahr einige Tage in Marktl zu verbringen. "Zu Bayern bekommt man nie Distanz", sagt er noch als Kardinal.

Am Nordende des Marktplatzes steht das Haus – ein ehemals kurfürstliches Mautgebäude aus dem Jahr 1748 – in dem 1927 Jospeh Ratzinger geboren wurde. Am gleichen Tag, einem Karsamstag, wird er auch getauft, und zwar mit dem eben geweihten Wasser in der zu jener Zeit am Vormittag gefeierten „Osternacht“. Der erste Täufling des neuen Wassers zu sein, wurde als eine besondere Fügung angesehen. In dem Buch „Aus meinem Leben“ ordnet der damalige Kardinal Joseph Ratzinger das so ein: „Dass mein Leben so von Anfang an auf diese Weise ins Ostergeheimnis eingetaucht war, hat mich immer mit großer Dankbarkeit erfüllt, denn das konnte nur ein Zeichen des Segens sein.“ Die Abschrift der Geburtsurkunde wird im Heimatmuseum verwahrt. In St. Oswald, seiner Taufkirche, musste Mitte der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts die neugotische Ausstattung weichen.

Für die kleine Gemeinde in Oberbayern war die Wahl Joseph Ratzingers zum Papst so etwas wie Weihnachten und Ostern zusammen. So wurde folgerichtig ein Tourismus- und Begegnungscenter eröffnet, das Anlaufstelle für die vielen tausend Pilger aus aller Welt sein soll. Dort gibt es nicht nur Informationen, sondern auch reichlich Andenken zu erwerben - unter anderem eine Miniatur-Nachbildung des Airbus', in dem der Heilige Vater auf der Rückreise vom Weltjugendtag in Köln seinen Geburtsort überflog, Kardinals-Kaffee, Papst-Plätzchen, Ratzinger-Torte und Ratzinger-Schnitten kann man dort kaufen, außerdem werden viele Souvenirs und Devotionalien mit dem Abbild des Papstes angeboten.

Seit aus Joseph Ratzinger Papst Benedikt XVI. wurde, ist in Marktl am Inn nichts mehr, wie es war. Im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses steht das Geburtshaus des Papstes, das inzwischen zum Ziel abertausender Wallfahrer wurde. Dieser Ansturm wurde der Eigentümerin des zweigeschossigen Hauses zu viel, sodass sie das Gebäude für einen "angemessenen Preis" an die kirchliche Stiftung "Stiftung Geburtshaus Papst Benedikt XVI." verkaufte, die darin ein Museum einrichtete.

Das Geburtshaus muss jedenfalls eine besondere Ausstrahlung auf neue Erdenbürger gehabt haben. Denn vor Ratzinger war dort im 18. Jahrhundert Georg Lankensperger geboren worden, der Erfinder der Achsschenkellenkung für Kutschen, ein Prinzip, das die Kurvenfestigkeit erheblich steigerte und noch heute im Automobilbau angewandt wird.

Die Marktler setzen darauf, dass es auch zukünftig reichlich Touristen und Pilger in die Gemeinde ziehen wird; schließlich ist der Wallfahrtsort Altötting nicht weit, der im Jahr mehr als eine Million Besucher verzeichnet. En Abstecher in den Geburtsort von Papst Benedikts XVI. könnte da bald zu ihrem Pflichtprogramm gehören und die Geschäfte und Gastronomie beleben.

Zum nahgelegenen Marienwallfahrtsort Altötting hat Papst Benedikt XVI. eine intensive Beziehung. Seit seiner Kinderzeit und später bei vielen Gelegenheiten geht er mit auf Wallfahrt nach Altötting. In Altötting ist auch der Ausgangs- und Zielpunkt des neuen „Benediktwegs“, einer 224km langen Rad- oder Wanderroute. Auf den Spuren von Benedikt XVI. gibt es viel zu entdecken, u.a. die biographischen Stationen der Kindheit und Jugend des Hl. Vaters, der hier zwischen Inn, Salzach und Alpen die prägenden frühen Jahre seines Lebens verbrachte. Der Weg führt von Altötting über Marktl am Inn nach Burghausen, Tittmoning und Traunstein zum Chiemsee, und über Wasserburg und Mühldorf wieder zurück nach Altötting.


Weitere Informationen:

Marktl am Inn
Marktplatz 1
84533 Marktl
www.marktl.de
 

 

 

 

 

 

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